Village im Dritten, Gürtelbogen

geladener Wettbewerb, 1. Preis

Wien 3

2023

Der 320 Meter lange Gürtelbogen ist Adresse, Lärmschutz und urbanes Zentrum für das „Village im Dritten“.

Die Fassade entlang der inneren Quartierstrasse (shared space Nutzung ohne Höhenunterschiede) soll eine möglichst durchgängige Abfolge von Geschäften und Dienstleistungsbetrieben sein. Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage werden daher an den Gebäude-Enden positioniert.

Über diese Rampen erschliesst eine breite Stiegenanlage den Dachgarten vom Gürtelbogen, wo öffentlicher Raum in Ergänzung zum zentralen Park des Village in erster Linie den sportlichen Aktivitäten gewidmet sein könnte. Direkte Brückenverbindungen sollen den Dachgarten für die Wohnbauten auch direkt erreichbar machen.

Die Fassade zum Gürtel und nach Süden soll den innovativen Charakter des Quartiers nach aussen vermitteln. Die gekrümmte Länge wird in erster Linie vom Autoverkehr aus wahrgenommen und ist durch drei horizontale Bänder definiert: auf Fussgängerniveau eine vertikale Schichte von Kletterpflanzen; in der am besten sichtbaren Höhe des ersten Geschosses ein Screen für Werbe- und Displayzwecke; als Dachrand ein für optimierten Sonneneinfall schräg liegendes Photovoltaik-Kraftwerk.

Die komplett vorgefertigte Primärstruktur besteht aus einer weitgehenden Verwendung von Holzbauteilen (Träger, Decken, Wände) in Kombination mit Schleuderbeton-Fertigteilstützen und den Fertigteilbetonkernen der Vertikalerschliessungen.

Insgesamt soll ein zeitgemässes Gebäude entstehen, das ökologischen Materialeinsatz, Ausnutzung der solaren Energien (PV-Anlage deckt Gebäude-Energiebedarf vollständig ab), und klimatische Verbesserung durch begrünte Oberflächen mitbringt.

Die Hauptachsen der Tragstruktur mit 10,40 (4 PKW in der Garage) lassen eine minimale Mieteinheit von ca. 80 m2 bei 5 m Breite zu. In Längsrichtung gibt es aufgrund der Kernlage an der Aussenwand keine grösseren Beschränkungen der Einheiten.

Für einen wirksamen Schallschutz vom Gürtel gegen das Quartiersinnere schlagen die Verfasser vor, mit dem Gangbereich im ersten Stock und den darauf aufgebauten Solarpaneelen die beiden Einzelgebäude zu verbinden. Nur die Durchfahrt im Erdgeschoss bleibt offen, den seitlichen Gebäudewänden werden schallschluckende Lamellen vorgesetzt.

Der ungewöhnlich lange Bau korreliert mit dem Massstab der Bauten auf der Arsenalseite und soll an frühe Leistungen des Industriebaus in Österreich anknüpfen (Tabakfabrik Linz, Behrens und Popp).

Bauherr:
Aspanggründe Gürtelbögen GmbH

Geladenes Generalplanerauswahlverfahren,
Siegerprojekt

Team ARTEC Architekten:
Bettina Götz und Richard Manahl
Projektleitung: Björn Wilfinger
Jun Wook Song, Josef Schröck, Gerda Polig
Sedef Kücükandac

Fotografie:
ARTEC Architekten (Modell)

Modellbau :
Roland Stadlbauer (Wettbewerbsmodell)
 Micha Nikolussi (Holzmodell)

Renderings:
Zoom VP

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Tragwerksplanung: Werkraum Ingenieure, Wien
Bauhysik, Gebäudetechnik: EXIKON, Wien
Brandschutzplanung: Kunz - Die innovativen Brandschutzplaner, Mödling
Kostenkontrolle: Klösch & Riedler, Wien