Reichshofstadion Lustenau

Wettbewerb

Lustenau / Vorarlberg

2018

Gestaltung und Form

Die ausgeprägte Eigenheit der über eine lange Zeit politisch selbständigen Lustenauer Bürgerschaft („Reichshof“) zeigt sich auch in der individuell angelegten Siedlungsstruktur des Ortes. Diese einzelnen Häuser, die das Bild des Ortes historisch bestimmen, werden am gemeinsamen Platz (dem Stadion) symbolisch zusammengeschoben, zeigen Gemeinschaft als eine Summe von Individuen. Nach Außen wird das Stadion zum merkfähigen „Label“ für Verein und Ort, im Inneren entsteht ein an den Ecken transparentes Gehäuse, das Stadion-Atmosphäre und geschlossene Konzentration vermitteln kann.

Tektonik
Über einer archaischen Setzung des Sichtbeton-Sockels der Tribünenaufbauten wird ein selbsttragendes räumliches Faltwerk mit handelsüblichen und transportfähigen Einzelplatten aus CLT-Massivholz zusammengestellt. Die räumliche Faltung der Holzelement-Konstruktion ist der Stadion-Akustik zuträglich.

Verwendung

Das Besondere des Stadion-Umfelds, das sogenannte „Austria-Dorf“, wird mitsamt seinem eigen-artigen, durchaus improvisierten und collagierten Erscheinungsbild nicht einer einheitlichen Zurecht-Gestaltung unterzogen, sondern bleibt mitsamt seinem Flair als „Marktplatz“ erhalten. Die einheitliche Fassung nach Außen geschieht durch einfache Holz-Glas Zubauten im Westen entlang dem Rheindamm, und im Osten bei den Zugängen durch Flugdächer in Form von Holzplatten mit darunter gestellten Funktionen. Neben der Hauptbenutzung als Fußballstadion soll das Gelände eine Reihe von Veranstaltungen und Gemeindenutzungen wie einem Weihnachts- oder anderen Märkten Raum geben können. Sanitäranlagen und allgemeine Gastronomieeinrichtungen im Tribünenbereich etc. sind so orientiert, dass diese auch außerhalb der Stadionabsperrung direkt zugänglich verwendet werden können

nicht offener Realisierungswettbewerb

Auslober:
Marktgemeinde Lustenau

Team ARTEC Architekten:
Bettina Götz und Richard Manahl
Gerda Polig, Jun Wook Song, Johannes Giselbrecht,  Héctor Farré Cortada, Gül Cakar,
Junjun Dai

Tragwerksplanung: Werkraum Ingenieure, Wien


Fotographie: ARTEC Architekten (Modell)